Wolfgang Krolow

Der Berliner Fotograf Wolfgang Krolow (1950 - 2019) schuf mit seinen klassisch anmutenden Schwarz-Weiss-Aufnahmen "Kunstwerke, die wie alle gute Kunst mit Synästhesien spielen, verborgene Strukturen sichtbar machen, Geschichten erzählen, Psychologien offenlegen." (Rolf Hosfeld)

Dies trifft auf seine Porträts von Kindern, Punks und (später) prominenten Künstler*innen wie Heiner Müller, Gisèle Freund oder Chet Baker ebenso zu wie auf seine poetischen Mauerbilder und kontrastreichen Straßenaufnahmen. Krolow studierte Bildhauerei und Grafik-Design, bevor er die Fotografie für sich entdeckte.

Sein fotografisches Werk und seine Bücher wurden von Kollegen - auch von prominenten - wie Jim Rakete, Max Scheler (Magnum) und v.a. F.C. Grundlach hochgeschätzt.
1970 war Krolow nach Berlin gezogen, um schließlich ab 1975 an der Hochschule der Künste visuelle Kommunikation und Fotografie zu studieren. Ende der 70er Jahre machte er sich mit seinen einfühlsamen schwarz-weiß-Aufnahmen und seinem ersten Buch Kinder in Kreuzberg einen Namen. Seine Fotoreisen führten Krolow an seltener fotografierte, entlegene Länder und Orte. Hauptbezugspunkt blieb jedoch stets seine Wahlheimat Kreuzberg. Er hinterließ einige der schönsten und pointiertesten Porträts des urbanen (Zusammen-)Lebens und der rebellischen Kultur West-Berlins und Kreuzbergs in den späten 70er und 80er Jahren.

Am 6. April 1950 wurde Wolfgang Krolow in einem Dorf im Pfälzer Wald geboren.

Unter Verzicht auf Abitur und Bundeswehr brach er 1968 in den Mittleren Osten mit Ziel Indien auf. Er bereiste die Türkei, Syrien, den Irak und Iran sowie Afghanistan. Ohne Indien erreicht zu haben brach er die Reise aus physischer und psychischer Erschöpfung ab.

1969  Kunstakademie in Mannheim, Studium der Bildhauerei und freie Grafik bei Professor Hans Nagel.
Gleichzeitig begann er sich mit der Fotografie zu beschäftigen. Erste Reiseerfahrungen und nicht zuletzt auch die Bekanntschaft mit seinem Fotografen-Kommilitonen Gerhard Vormwald, begeisterten ihn nachhaltig für die Fotografie.

1970 zog er nach Berlin, jobbte als Verputzer auf dem Bau, als Lagerarbeiter und in einer Druckerei.

1972 bewarb er sich erfolgreich an der Hochschule der Künste, begann aber erst 1975 sein Studium der visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie und des Grafikdesign bei Professor Helmut Lortz.

Seit 1977 arbeitete er als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Tageszeitungen, Magazinen und Verlagen (u.a. Suhrkamp und Wagenbach). Im gleichen Jahr zog er von Charlottenburg an den Kreuzberger Chamissoplatz und richtete seinen fotografischen Fokus auf die neue Umgebung.

Nach Beendigung des Studiums 1982 arbeitete Wolfgang Krolow als freier Fotograf in den Bereichen Journalismus, Schauspieler-Porträt und Architektur.

1979 erschien sein erster Bildband ‚Kinder in Kreuzberg‘ - gemeinsam mit Erika Runge.

1981 und 1982 folgten die Bände ‚Instandbesetzer Bilderbuch‘ und ‚Seiltänze. Ein Fotobuch aus Kreuzberg‘.

1983 erschien ‚Klaus Hoffmann. Was fang ich an in dieser Stadt‘ und Gross Stadt Dschungel.

1984 Fotografie im eigenen Auftrag

1987 Sehnsucht: Liebe

1992 Albanien – Ein Fotolesebuch

Seine Fotobücher verschafften Wolfgang Krolow in den 80er Jahren einen größeren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit. Ende der 80er Jahre unternahm er erneut diverse Reisen, v.a. in im Westen bislang wenig fotografierte osteuropäische Länder. Seine Fotos aus Albanien oder Wolgograd wurden in vielen Tageszeitungen und Magazinen veröffentlicht. Sein Hauptthema und -sujet blieb aber das Leben und die Stadtlandschaft von Kreuzberg, inklusive des neuen Schwebezustands des Bezirks nach dem Fall der Berliner Mauer. 

Seine Fotoarbeiten wurden in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. 2010  in einer großen Werkschau und in darauf folgenden Projekten der Browse Gallery gezeigt.

2005 traf Wolfgang Krolow ein ‚Blitzschlag'. Er erlitt einen Schlaganfall und war seitdem an ein Leben mit dem Rollstuhl gebunden, er nahm dennoch rege Anteil am sozialen und kulturellen Leben rund um seine Wahlheimat, den Chamissokiez in Kreuzberg.

Am 24. September 2019 verstarb Wolfgang Krolow im Alter von 69 Jahren in einem Berliner Krankenhaus.

  • 1982: Beteiligung an der Ausstellung „BerlinBilder“ vom Goethe-Institut „Gefühl und Härte“, Berlin – Amsterdam.
  • 1983: EA, Galerie am Chamissoplatz, Wanderausstellung „Grossstadtdschungel“ Kunstverein München.
  • 1984: Werkschau EA, Galerie K.K. Braunschweig „Berlin“ journées internàtionales de la photographie, Montpellier.
  • 1984: Gruppenausstellung „Fotografie im eigenen Auftrag“ Galerie am Körner Park, Kunstamt Neukölln.
  • 1986: Kleinbildnegativ-Ausstellung „Anatomica“ EA , Galerie Schwarz auf Weiß, Berlin.
  • 1990: „soirées est-ouest – Fotos nach dem Mauerfall“ Centre Georges Pompidou, Paris.
  • 1991: „Alltag in Albanien“ Erstausstellung, WerkbundArchiv, Martin-Gropius-Bau, Berlin.
  • 1993: „Hund ist Extra“, Ausstellung im U-Bahnhof Berlin-Alexanderplatz
  • 1999: „Stadtluft“ AB Kunstverein Hamburg.
  • 2004: „Augenkitzel“ Galerie Tammen, Berlin.
  • 2007: „Arbeiten von Wolfgang Krolow“ Galerie argus fotokunst, Berlin, 24. August 2007 bis 6. Oktober 2007.
  • 2008:" Fotografien von Wolfgang Krolow: Kreuzberg und darüber hinaus", FHXB Museum, Berlin
  • 2010: „Wolfgang Krolow Fotografien“, Retrospektive, Browse Gallery, Marheinke Markthalle im Rahmen der Reihe „Ich bin Kreuzberg“, Werkschau mit 140 Schwarz-Weiß-Fotografien 
  • 2011: Wolfgang Krolow Fotografien, Da Enzo, Berlin-Kreuzberg, i.R. des Browse Fotofestival Berlin 11.6. - 16.7.2011
  • 2012: Gruppenausstellung "AugenBlicke, Stillstand und Bewegung" i.R. Europäischer Monat der Fotografie, Marheineke Markthalle, FHXB und Browse Gallery, Berlin
  • 2016: Gruppenausstellung "Europe under Construction" Chaussee 36, Berlin
  • 2018: Gruppenausstellung " «Breaking Point: [SPACE] Street " Deichtorhallen, Hamburg
  • 2018: Gruppenausstellung " In Kreuzberg spielt die Musik - 20 Jahre Kreuzberger Chronik, Browse Gallery Berlin im FHXB Museum, Berlin
  • 2019: Gruppenausstellung " DEUTSCHLANDBILDER aus Ost und West 1950 - 1990" Gallery argus fotokunst, Berlin
  • 2019: Gruppenausstellung "WALLS COME TUMBLING DOWN!" Chaussee 36, Berlin

 

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