Rudi Lesser

14.6. – 5.7.2014

Ausstellung: Rudi Lesser 1902 – 1988.
"Ein deutscher Maler der Moderne. Verfolgt, vergessen, wiederentdeckt"

Die Werkschau, kuratiert von Volkmar Reichmann, ehrt den bedeutenden, heute weithin vergessenen Berliner Künstler Rudi Lesser, deutscher Aquarellmaler, Radierer, Lithograf.
In der Ausstellung werden von den heute etwa 1200 bekannten Werken über 100 druckgrafische Arbeiten sowie einige Zeichnungen, Aquarelle und Portrait-Fotos des Künstlers gezeigt - in chronologischer Ordnung und in Anlehnung an seine Lebensstationen.
Erstmals haben Besucher/innen so die Gelegenheit, sich einen systematischen Überblick über Rudi Lessers umfangreiches druckgrafisches Werk zu verschaffen. Die Objekte stammen überwiegend aus einer Privatsammlung.

Als Kunststudent und junger Grafiker in Berlin erhielt Rudi Lesser in den 20er Jahren erhebliche Wertschätzung durch Professoren und ältere Kollegen wie Hans Meid, Käte Kollwitz, oder George Grosz. Seine Karriere erfuhr mit der Machtübernahme der Nazis einen jähen Bruch. Wegen seiner kommunistischen Verbindungen erlebte der jüdische Maler bereits im April 1933 Atelierdurchsuchung und –Verfolgung durch die Nazis. Es folgten Exilstationen in Dänemark, Schweden und den USA. Hier nahm er nach dem Krieg 1948 eine Professur für Druckgrafik an der Howard Universität an.

1956 kehrte er nach Berlin zurück. Unter ärmlichsten Bedingungen lebte Lesser viele Jahre in Kreuzberg in einer Wohnung über der Künstlerkneipe „Leierkasten“, wo er mit den Kreuzberger Bohème Künstlern in Berührung kam und Freundschaft schloss.
Es folgte eine künstlerisch sehr produktive Phase, in der Blätter aller druckgrafischen Techniken entstanden, welche sehr bald auch seine vielen Reisen widerspiegelten. Anerkennung und wirtschaftlicher Erfolg blieben allerdings aus, er passte nicht in den herrschenden Kunstgeschmack.

Lesser erlebte das Dilemma der zurückgekehrten Emigranten, welche mit angesehenem Namen, oder wie hier, am hoffnungsvollen Beginn einer eventuell großen Künstlerlaufbahn, weggingen, und an die sich, zwölf Jahre später, niemand mehr erinnerte. Man sprach von einer „verlorenen Generation“.

Eröffnung am 14.6.2014, 15 Uhr

Würdigung: Dr. V. Reichmann (Kurator und Leihgeber)

Unser herzlicher Dank gilt Volkmar Reichmann und unseren Kooperationspartner/innen: Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Marheineke Markthalle, Hannelore Mühlenhaupt und Kurt Mühlenhauptmuseum Bergsdorf, Medienpartner: Berliner Fenster

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