Von Migration zu Verdrängung

Adieu Kreuzberg

Von Migration zu Verdrängung

Eine Woche nach Ende der Mühlenhaupt-Ausstellung "Rund um den Chamissoplatz - wegsaniert und zurückgekehrt" geht es inhaltlich anschließend weiter mit einer Ausstellungsinstallation, die CII in Zusammenarbeit mit Isabella Mamatis mit ihren Projekten Lange Tafel e.V. und Denk-mal-für-Migration vom 7.5.-4.6.2011 auf der Galerie präsentiert.

Eröffnung, Samstag 7.5.2011 - 15 Uhr
Ansprachen: Dr. Franz Schulz, Bezirksbürgermeister,
Hans Jürgen Roth,
Anwohner-Vertreter/in Tempelhoferberg 7
Musik: Peter Haas

Die "Kreuzberger Mischung" ist bzw. war sprichwörtlich.
Hier lebten in der Nachkriegszeit "Altberliner" Arbeiterfamilien neben Wehrdienstverweigerern und Student/innen aus Westdeutschland und Einwandererfamilien aus den "Anwerberstaaten" - v.a. aus der Türkei. Arm und Reich, Polit-Aktivist/innen, Manager/innen, Maler/innen und "Normalos" begegneten sich bei Reichelt, auf der Straße oder beim Bier in der Kneipe an der nächsten Ecke.

Auch aus dieser Unterschiedlichkeit und dem alltäglichen Miteinander mit seinen Konflikten und Defiziten trieben die Blühten sozialer Innovation, politischer Impulse und kultureller Experimente im "buntesten Bezirk der Republik".
Heute gehört die "Kreuzberger Mischung" zu den bedrohten Spezies in einer Metropole, die selbst Gefahr läuft, ihrem eigenen Verblühen als einmaliges Biotop kultureller Vielfalt und künstlerischer Produktivität entgegen zu sehen, weil sie sich unter Wert verkauft und ein "Kulturschutzgebiet" erodiert, das international Seinesgleichen sucht.

Welche Existenzgrundlagen und Reichtum, welche Lebendigkeit, Begegnungs- und Entwicklungschancen dabei verloren gehen - für die Menschen, die Berlin ihr zuhause nennen, ihre vielen Besucher/innen und die Stadt insgesamt - ist in der überraschenden, bilderreichen und dreidimensionalen Installation auf der Galerie der Marheineke Markthalle ab 7.5.2011 zu erleben.

"Die Lange Tafel", so die Projekt-Initiatorin Isabella Mamatis, ist "eine „Erzählinszenierung“ im öffentlichen Raum, bewahrt das Kollektiv gelebte Wissen der Großelterngeneration. Auf Straßen, Plätzen und in Gesprächsrunden begegnen sich Schüler mit Zeitzeugen und schreiben Geschichten auf. Der abschließende Höhepunkt der Inszenierung ist eine 200 m Lange Tafel auf der Straße. Hier werden die Geschichten erlebbar, hier wird weiter erzählt und gefeiert. In den Hauptrollen agieren Schüler als Gastgeber und Moderatoren. Künstler bespielen die Lange Tafel zur Unterhaltung. Im Zentrum steht die soziale Geste. Viele Menschen der älteren Generation, die heute nicht mehr leben gaben auf diese Weise ihre Erlebnisse an die junge Generation weiter."

2010 entwickelte Isabella Mamatis, aus dem Oral History Prozess das www.denk-mal-fuer-migration.com, ein Virtuelles Denk-mal, das eine neue "Wanderliteratur" hervorbringt. 300 Schüler schrieben dazu die Geschichten zur Einwanderung ihrer Eltern, Nachbarn, von Freunden und Passanten auf und stellten die Ergebnisse ins Internet.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Lange Tafeln der letzten 6 Jahre zu verschiedenen Themen und präsentiert dabei die Ergebnisse des Denk-mal-fuer-migration.
Die Fotografen/innen der praäsentierten Bilder sind: Edith Siepmann, Lisa Sprengel, Meike Gieschen, Reinhard Münster. Mehr 

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