Günter Zint

Günter Zint ist seit 5 Jahrzehnten einer der bedeutendsten deutschen Presse- und Dokumenarfotograf/innen. Er arbeitete für zahlreiche Magazine und Zeitungen wie Spiegel, Stern, Quick, Twen, Konkret etc. und hat bis heute über 60 Bildbände veröffentlicht. Seine Fotos sind Dokumente der Zeitgeschichte, die heute in vielen Museen ausgestellt werden.

Von den 1968er Studentenunruhen in Paris und der APO in Berlin und West-Deutschland, über die Anti-AKW-Proteste in Brokdorf bis zur DDR-Grenzöffnung 1989 - Günter Zint hat alle wichtigen Epochen der Nachkriegsgeschichte mit der Kamera festgehalten. Seine Ausstellung "25 Jahre Mauerfall" 2014 in der Browse Gallery zeigte eine Auswahl von Bilder der DDR-Grenzöffnung.

Zint bezeichnet sich gerne als „Gebrauchsfotograf“, der seine Bilder am Wegesrand und am Rand der Gesellschaft „klaut“.
Seine Liebe zur Subkultur und seine frühe Berühmtheit begannen mit der Gründung der Fotoagentur Panfoto, die junge Rockmusiker wie Jimi Hendrix, die Doors und viele Andere fotografisch begleitete. Legendär seine Aufnahmen der Beatles im gerade eröffneten STAR-CLUB in seinem Wahl-Kiez St. Pauli, dem er später ein eigenes Museum verschaffte.

Seine Bilder sind für mehrere Generation Ikonen des Aufbruchs geworden, die auch Jahrzehnte danach, nichts von ihrer Faszination verloren haben. Mehr Bilder und Infos auf Zints Panfoto Archiv.

Seit über fünfzig Jahren fotografiert Günter Zint. Seine erste Veröffentlichung hatte er 1953 in der Fuldaer Zeitung. Ab 1959 machte er eine Ausbildung zum Fotoredakteur bei der Deutschen Presseagentur (dpa).

In den Sechziger Jahren arbeitete er für die Zeitschriften Twen, Quick und den SPIEGEL. Außerdem gründete er die Fotoagentur PANFOTO, deren Hauptthema damals die Musikfotografie war. So entstanden viele Fotos von Künstlern wie den Beatles, Jimi Hendrix, den Doors und vielen Anderen. Kurz gesagt: “Von ABBA bis ZAPPA“.

Im Mai 1962 lockte ihn der gerade eröffnete STAR-CLUB nach St.Pauli. Zuerst war er, aus dem konservativen Fulda kommend, vom „Kiez“ erschreckt. Nachdem er aber einige der Kiezarbeiter und Arbeiterinnen aus dem Milieu näher kennenlernte, ließ ihn der Stadtteil nicht mehr los. Dies schlug sich in inzwischen einem halben Dutzend Bildbänden über Hamburgs berühmtesten Stadtteil St.Pauli nieder.

Ende der 60er Jahre war Günter Zint als Fotojournalist bei den 68er-Demonstrationen dabei, gründete die legendären „St. Pauli-Nachrichten“, und lebte in der APO-Press-Kommune.

In den 70ern und 80ern, hat er der die Polizeieinsätze bei den Demonstrationen und Großkundgebungen der „Anti-Atomkraft-Bewegung“, dokumentiert. Auch bei der Errichtung des Atommüll-Zwischenlagers in Gorleben und der vorausgegangenen Errichtung der „Republik Freies Wendland“ war Günter Zint als Dokumentarfotograf aktiv dabei.

Insgesamt sind von Günter Zint bisher 59 Bildbände zu verschiedenen Themen erschienen, Band 60 ist derzeit in Arbeit.

Zint hat immer aus der Gegenperspektive fotografiert. Die Hochkultur und die offiziellen „Machthaber“ waren für ihn als Pressefotograf oft Pflichtprogramm, die Kür aber war für ihn immer die Subkultur, die gegen den Strom Schwimmenden und die Menschen, die den etablierten Medien höchstens als „Bürgerschreck“ dienten. Zint bezeichnet sich gerne als „Gebrauchsfotograf“, der seine Bilder am Wegesrand und am Rand der Gesellschaft „klaut“.

Seit 1962 arbeitet er auch mit Günter Wallraff zusammen und hat fast alle seine Bücher illustriert.

Seit 2011 lebt er in einem 150-Seelen-Dorf in der Nähe von Stade.

(Text: Günter Zint)

8. Mai 2007 bis April 2008 - Bonner Haus der Geschichte, Wilde Zeiten
August bis Oktober 2007 - Vonderau Museum Fulda, Ausstellung Der Fotograf Günter Zint
November 2007 bis Januar 2008 - Oldenburger Landesmuseum, Querschnitt durch Zints Lebenswerk (160 Fotografien).
Die Ausstellung Wilde Zeiten wandert seit 2008 durch Deutschland. Drei weitere Ausstellungen wandern seit 2007 weltweit.
2011 - Berlin Fotofestival The Browse, Wilde Zeiten
2012 - Berlin Fotofestival The Browse, Zintstoff (zum gleichnamigen Fotobuch)
2013 - Im Mai wurde die Ausstellung Wilde Zeiten in Udine (Italien) gezeigt.
2014 Oktober-November - Browse Gallery, Marheineke Markthalle, 25 Jahre Mauerfall. Wie ich als Pressefotograf die DDR-Grenzöffnung erlebte, i.R. des Monats der Fotografie Berlin 2014.

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