Oskar Pastior

Oskar Pastior war ein deutsche Schriftsteller. Er war 1960 bis 1968 Rundfunkredakteur in Bukarest, 1968 ging er in die Bundesrepublik Deutschland. Schrieb u. a.: "Vom Sichersten ins Tausendste" (1969), "Fleischeslust" (1976), "Wechselbalg" (1980), "Jalousien aufgemacht" (1987), "Kopfnuss Januskopf" (1990), "Feiggehege" (1991), "Eine kleine Kunstmaschine. 34 Sestinen" (1994), "ügel beg und ügel tal" (Ged., CD, 1997). Er erhielt viele Auszeichnungen, u. a.: 1969 Andreas-Gryphius-Förderpreis, 1997 Horst-Bienek-Preis für Lyrik, 2001 Peter-Huchel-Preis. Am 21. Oktober 2006 hätte er in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis entgegennehmen sollen, er wurde ihm posthum verliehen.

Oskar Pastior wurde in Hermannstadt als Angehöriger der deutschen Minderheit der Siebenbürger Sachsen geboren. Sein Vater war Zeichenlehrer. Von 1938 bis 1944 besuchte er in seiner Geburtsstadt das Gymnasium. Im Januar 1945 wurde der 17-Jährige Pastior im Zuge der Verschleppung von Rumäniendeutschen in die Sowjetunion in Arbeitslagern als Zwangsarbeiter eingesetzt. Erst 1949 konnte er nach Rumänien zurückkehren, wo er in den folgenden Jahren von Hilfs- und Gelegenheitsarbeiten lebte. Während des anschließenden dreijährigen Wehrdienstes in der rumänischen Armee holte er in Fernkursen sein Abitur nach. Danach arbeitete er als Betontechniker in einer Baufirma. Von 1955 bis 1960 studierte er Germanistik an der Universität Bukarest und legte dort sein Staatsexamen ab. Ab 1960 war er Redakteur bei der deutschsprachigen Inlandsabteilung des Rumänischen Staatsrundfunks.

1968 nutzte Pastior einen Studienaufenthalt in Wien zur Flucht in den Westen. Er ging weiter nach München und anschließend nach West-Berlin, wo er seit 1969 als freier Schriftsteller und Übersetzer lebte. Er arbeitete u. a. an den Übersetzungen der Werke von Welimir Chlebnikow und Tristan Tzara.[1]

Oskar Pastior starb am 4. Oktober 2006 während der Buchmesse in Frankfurt am Main. Pastior wurde auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau beigesetzt. (Quelle: Wikipedia)

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