Günter Grass

Foto: Axel Benzmann, Günter Grass am Rande der großen Anti-Vietnamkrieg Demonstration, Februar 1968

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, der Stadt, in der auch sein weltberühmter Roman Die Blechtrommel, angesiedelt ist.

Der Literatur-Nobelpreisträger und Deutschlands bekanntester Nachkriegsautor ist von Beginn seiner künstlerischen Karriere an nicht nur als Schriftsteller sondern auch als Bildhauer, Maler und Grafiker tätig.  Grass setzt die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen sowohl unabhängig als auch in Verbindung miteinander ein. Zu vielen seiner literarischen Texte fertigt er Radierungen und Tuschezeichnungen an, gestaltet Buch-Umschläge. Er produzierte aber auch eigene Lithographie-Mappen, malte Aquarelle und schuf Plastiken.
Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte Günter Grass zunächst ein Studium der Malerei und Bildhauerei an den Kunstakademien Düsseldorf und Berlin, wo er in den 60er Jahren lebt.1960 veröffentlicht den Lyrikband Gleisdreieck  u.a. mit Nonnen-Zeichnungen, die kurz danach auch in der Galerie zinke gezeigt wurden. Auch Gedichte hat Gras in der zinke gelesen und im Kreis der Kreuzberger Boheme  in den nächsten Jahren einige der späteren Berliner Malerpoeten kennen und schätzen gelernt. Mit Aldona Gustas verband ihn eine besondere Freundschaft. Seit 1972 ist Günter Grass Mitglied der Gruppe Berliner Malerpoeten, die 1972 von Aldona Gustas in West-Berlin gegründet wurde.

Günter Grass wird 1927 in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren.

Seine künstlerische Laufbahn startet Grass als Bildhauer.  1948-52 studiert er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Sepp Mages und Otto Pankok. 1953-56 ist er nach seinem Umzug nach Berlin Schüler des Bildhauers Karl Hartung an der Hochschule für Bildende Künste. 1955 hat er eine erste Ausstellung von Plastiken und Grafiken in Stuttgart. Auch zu schreiben hat er begonnen und 1956 erscheint ein erster Band  Die Vorzüge der Windhühner, Gedichte und Grafiken. 1957 zieht er vorübergehend nach Paris, wo er auch den Maler Karl Oppermann kennenlernt.

1959 erscheint sein Roman Die Blechtrommel, ein Jahrhundertklassiker, der Grass weltberühmt macht.  1960 kehrt er nach Berlin zurück und veröffentlicht den Lyrikband Gleisdreieck  u.a. mit Nonnen-Zeichnungen, die kurz danach auch in der Galerie zinke gezeigt wurden.  Auch Gedichte hat Gras in der zinke gelesen und im Kreis der Kreuzberger Boheme  in den nächsten Jahren einige der späteren Berliner Malerpoeten kennen und schätzen gelernt. Mit Aldona Gustas verbindet ihn eine besondere Freundschaft. Seit 1972 ist Günter Grass Mitglied der Gruppe Berliner Malerpoeten.

Grass war nicht nur Schriftsteller und Künstler sondern auch ein politischer Intellektueller, der sich in viele gesellschaftliche Debatten einmischte und  gemeinsam mit Böll und anderen Nachkriegsautoren die historische Verantwortung der Deutschen nach dem Holocaust öffentlich – auch international – zur Rede brachte. Er unterstützte 1961 Willy Brandt im Wahlkampf der SPD und blieb der Partei  in den nächsten Jahrzehnten verbunden. Dass er als Jugendlicher gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei der Waffen-SS gewesen war, gab Günter Grass erst 2006 im gleichen Jahr der Veröffentlichung seiner Autobiographie Beim Häuten der Zwiebel zu.  Dieses späte Geständnis des berühmten Mahners löste heftige kontroverse Reaktionen aus.

Günter Grass hat über 5 Jahrzehnte kontinuierlich künstlerisch gearbeitet. Weltruhm erreichte er aber mit seinen literarischen Werken, v.a. Romanen und Erzählungen, darunter: Katz und Maus (1961), Hundejahre (1963), Aus dem Tagebuch einer Schnecke (1972), Der Butt (1977), Das Treffen in Telgte (1979), Ein weites Feld(1995), Die Rättin (1986), Im Krebsgang (2002) und Beim Häuten der Zwiebel (2006).

Bis kurz vor seinem Tod hat er an seinem letzten Buch Vonne Endlichkait gearbeitet, das aus Doppelstücken (kurzen Geschichten und Gedichten, kombiniert mit Bleistiftzeichnungen) besteht und 2015 vom Steidl Verlag veröffentlicht wurde. Am 13. April 2015 stirbt Günter Grass in Lübeck.

Grass künstlerische Arbeiten wurden in Deutschland und international zahlreich ausgestellt.
2002 Eröffnung des Lübecker Günter Grass-Hauses, das als Forum für Literatur und Bildende Kunst bestimmt ist und gemeinsam mit der Günter und Ute Grass Stiftung den Nachlass von Grass pflegt .

Anlässlich des 50ten Geburtstags der Erstveröffentlichung der Hundejahre schuf Grass 2013 eine Serie von Radierungen für eine illustrierte Jubiläumsausgabe, die 2013 im Günter Grass-Haus und 2015 in der Browse Gallery Berlin gezeigt wurde - die letzte Soloausstellung von Günter Grass zu desen Lebzeiten.

AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)
1959 Bremer Literaturpreis wird von der Jury zuerkannt, doch vom Senat nicht verliehen
1996 Grass wird mit dem Sonning-Preis ausgezeichnet, der höchsten kulturellen Auszeichnung Dänemarks.
Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster
Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck
1999 Literaturnobelpreis
Literaturpreis „Premio Principe de Asturias“ in Oviedo.

  

  

 

OBEN